ZWISCHEN ICH UND IMMER

Ich denke, ich bin beides – vermutlich eher der Sesselpupser mit sommerlicher Metamorphose zum Terrassen-Tiger.

Unterwegs und unter Menschen bin ich trotzdem unglaublich gerne! Sobald also eine Einladung hereintrudelt, prüfe ich kurz den Kalender und die Möglichkeiten, die er mir bietet und – wenn möglich – dann bin ich dabei.

…und ich entschuldige mich auch direkt bei allen lieben, mich einladenden Menschen und generell bei meinem Freundeskreis: Ja – ich selbst schlage selten etwas vor und lade selten ein. Warum? Weil – wenn denn einmal nichts ansteht und in meinem Kalender eine abendliche oder wochenendliche Lücke klafft, ich das klasse finde! Denn Lücken bedeuten: Zeit. Und ganz konkret: Zeit für mich. Ich bin ja auch noch da. Das vergesse ich zwischendurch leider gerne mal. Kennt ihr sicher auch. Dieses „Ich“ hebt dann schüchtern die Hand und fragt leise, was denn in dieser Lücke wohl passieren mag.

Rein faktisch betrachtet ist der Sommer die hellste Jahreszeit, die wärmste, vermutlich auch die farbenfroheste und sicher auch die lauteste. Nicht nur die Natur gibt alles – auch der letzte von uns erwacht spätestens jetzt aus seinem Winterschlaf oder schüttelt sich die Frühjahrsmüdigkeit aus dem Leib. Wir sind wacher und uns werden mehr helle Tagesstunden geschenkt, die wir mit wozu auch immer wir Lust haben verbringen können. Und das tun wir auch.

An einem Wintertag abends um 17 Uhr an einem stockdunklen See sitzen und frieren versus ein Picknick um 23 Uhr im T-Shirt bei 25 Grad …. mehr brauche ich glaube ich nicht auszuholen 😊

Und während ich euch diesen Gedankenspaziergang schreibe klingelt mein Handy und eine Freundin ruft im Gruppencall an, um uns ein Partywochenende vorzuschlagen – drei Tage 90er-Jahre-Mucke und tanzen bis die Knie wackeln.

Ich mag 90er-Jahre-Mucke, ich mag tanzen und am meisten mag ich meine Freundinnen. Mein kleines Sesselpupser Deluxe-Ich hebt kurz die Hand. Und lässt sie dann wieder sinken. Es weiß ja genauso gut wie ich, dass das gut werden wird. Ein paar Kreuze im Kalender mehr, etwas Ruhe weniger. Darin haben wir uns über den Sommer hinweg langsam gewöhnt. Und so beschließen wir gemeinsam, dass wir alles organisieren werden was nötig ist, um dabei sein zu können.

Abschlussnotiz zum Werdegang dieses Gedankenspaziergangs: Geschrieben im August 2025, veröffentlicht im Juli 2026… ☺️😉
Warum? Weil – wie so oft – das wahre Leben dazwischenkam. Manchmal schreibt genau das nämlich eben die schönsten Übergänge – wussten auch schon (damals noch) König Boris, Schiffmeister und Dokter Renz.

… eben drum ist das wahre Leben gerade nicht gerade sondern krumm ☺️


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