Mal abgesehen von all den Themen, über die ich jetzt vielleicht dringender schreiben sollte, aber nicht möchte, gibt es eben auch noch diese kleinen, feinen Themen. Diese kleinen, feinen Momente abseits von Kriegs- und Infektionsgeschehen, denen eine gewisse Magie innewohnt.
Legen wir mal alle schlechten Gedanken und alle guten Vorsätze zur gesunden Ernährung für einen Moment beiseite und gönnen uns den ungesunden, aber manchmal eben doch einzigartigen Genuss, den bestimmte Geschmäcker auf unserer Zunge auslösen. Meinen Gedankenspaziergang zum Thema Musik und den Erinnerungen und Geschichten, in die sie uns zurückbeamt, möchte ich an dieser Stelle gern weitergehen. Denn genau das können Geschmäcker auch. Das Lieblingsessen, das einem die Mutter gekocht hat, wenn uns eigentlich zu elend zum Essen war, das erste selbstgekochte Meisterwerk und – naja – und die Sache mit dem Naschwerk.
Bei Süßigkeiten denke ich nicht unbedingt an bestimmte Begebenheiten zurück. Süßigkeiten sind mächtiger. Sie beamen uns zurück in unsere Kindheit. Das Brauner Bär Eis kenne ich geschmacklich nicht, da nie gegessen, auch nicht als Kind. Aber Brauner Bär – das ist für viele erwachsen gewordene Jungs und Deern ein richtiger Geschmacksklassiker, wenn es um Kindheitserinnerungen geht!
Warum mich diese süßen Gedanken gerade beschäftigen? Vor ein paar Tagen war ich im Supermarkt und irgendwie geht man/frau ja doch immer einmal am Süßigkeitenregal entlang. Außerdem hatte ich einen Kaufauftrag für die Saftbären von Haribo. Und was lag da neben ebensolchen? Haribo Goldbären in der Kindheitsknaller-Edition. Als neugieriges Wesen und Naschkatze, die ich nunmal bin, griffen meine Finger ganz von allein zur Tüte, legten sie in den Einkaufswagen und auf‘s Kassierband und in den Einkaufskorb und zuhause Stückchen für Stückchen bzw. Bärchen für Bärchen und somit Kindheitsfeeling für Kindheitsfeeling in meinen Mund.
Und auch wenn ich besser für superleckeres Obst und Gemüse Werbung machen sollte (schließlich startet wieder die Spargel- und Erdbeerzeit): Die Kindheitsknaller machten ihrem Namen wirklich alle Ehre! Spannenderweise mit Zutaten, wie Süßkartoffel, Tomate, Rettich, Hibiskus etc. Okay, Zucker ist natürlich auch drin und sicher nicht zu knapp.
Aber manchmal ist das auch einfach egal. Das rote Kindheitsknallerbärchen bringt mich beispielsweise zurück zu meiner Kinderclique mit Birte, Maike und Stefan. Kirschlollilutschenderweise sitzen wir mit baumelnden Beinen und aufgeschrammten Knien auf dem Balancierbaumstamm im Hinterhof unseres Wohnhochhauses und lassen einen aufregenden Kindheitstag ausklingen.
Aber eine Lanze breche ich jetzt doch noch: Die mit Abstand beste geschmackliche Kindheitserinnerung habe ich an etwas anderes, industriezuckerfreies, das wir zu Beginn dieses Spaziergangs schon einmal gedanklich gestreift haben: Erdbeeren. Erdbeeren are MY childhood reality..!
Erdbeerzeit war einfach das Allerallergrößte! Die Keramikschale voller saftiger, frischer Erdbeeren, die meine Mutter für die Familie bereitstellte – die aber doch größtenteils direkt in meinem Mund und im kleinen großen Erdbeerbauch landeten. Erdbeeren: Das war der Start des Sommers, Sonne pur, lange Ferien und tägliche Badeanstalt-Besuche. Mit bunten Tüten und Pommes. Aber das ist eine andere Geschichte.
Und ich bin mir sicher: Während ihr das hier lest, habt auch ihr einen Geschmack in euren Gedanken, der euch lächeln und zurück in eure Kindheit wandern lässt.
Heute begleitet mich Richard Sanderson, der als Sohn eines Schotten und einer Französin neben guten Songs sicher auch superleckere Kindheitserinnerungen auf der Zunge hat.


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